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Dionysos, juvenil, lat. Bacchus, Weingott, 23 cm, 1,4 kg, schwarzer Marmorsockel

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Der jugendliche  Dionysos, der griechische Gott des Weines und der Fruchtbarkeit, lateinisch Bacchus genannt, Sohn des Zeus und der Semele.

Auf den Rat der eifersüchtigen Hera, die ihr in Gestalt ihrer Amme erschien, wünschte  sich Semele von Zeus, er solle ihr in seiner eigentlichen Gestalt erscheinen.

Dieser, gebunden durch das Versprechen, ihr jeden Wunsch zu erfüllen, erschien in Blitz und Donner und verbrannte Semele. Ihr ungeborenes Kind, Dionysos, rettete Zeus und trug es, im Schenkel eingenäht, aus. Semeles Schwester Ino oder die Nymphen von Nys pflegten und erzogen Dionysos.

 Auf der Insel Naxos vermählte er sich mit der verzweifelten Ariadne (Ariadnefaden = Lösung aus einer verworrenen Lage heraus). Sie wurde dort von Theseus, der ihr die Ehe versprochen hatte, im Schlaf verlassen. Die Krone der Ariadne, ihr Brautgeschenk von Dionysos, wurde als Sternbild („Nördliche Krone“) an den Himmel versetzt. 

Im Gefolge des Weingottes waren Satyrn und Silene, pferdeähnliche Wesen, sowie Nymphen anzutreffen. Seine Verehrerinnen, die Mänaden (griech. „Rasende“), auch Bacchantinnen genannt, streiften bei kultischen Umzügen für Dionysos, bekleidet mit dem Fell des Rehkalbs mit Fackeln, den Thyrsos – Stab mit Pinienzapfen an der Spitze – schwingend, als des Gottes Festschwarm in verzückter Raserei tanzend durch die Wälder und Gebirge. Im Taumel zerrissen sie junge Tiere und verschlangen sie roh.

Pentheus, der König von Theben, widersetzte sich der Einführung des Dionysoskults und wollte die Frauen an der Teilnahme am Fest des Gottes hindern. Auf den Rat des von ihm nicht erkannten Gottes, den er gefangen gesetzt hatte, nahm er unerlaubt als Zuschauer an der Feier im Waldgebirge teil und wurde, entdeckt von den rasenden Mänaden, zerrissen. Seine Mutter trug den blutenden Kopf in rasender Verzückung nach Hause und erkannte erst zu spät das Geschehene.

Der orgiastische, ekstatische Zug, auch Bacchanal genannt,  ursprünglich nur für Frauen zugelassen, wurde im offiziellen Kult in Griechenland wesentlich gemildert. Grund dafür waren wüste, teilweise verbrecherische Ausschweifungen. Im Mittelpunkt des Kults stand eine phallische Prozession.

Jugendliche Darstellung  des mit Weinreben und –laub umwundenen Hauptes des Dionysos, Exponat des Nationalarchäologischen Museum in Athen.
 

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